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SHT Presseinformation - Zum Vermerk von Union und SPD im Sondierungspapier, ab 2026 von einem 15-Euro-Mindestlohn auszugehen

18.03.2025
Thomas Münch

Zum Vermerk von Union und SPD im Sondierungspapier, ab 2026 von einem 15-Euro-Mindestlohn auszugehen, erklärt der Präsident des Sächsischen Handwerkstages, Uwe Nostitz:

„Seit Tagen kursieren in Medien Berichte, wonach Politiker aller Couleur —und damit auch jene einer möglichen künftigen Bundesregierung aus Union und SPD - sich öffentlich dafür stark machen, dass der Mindestlohn ab 2026 von derzeit 12,82 Euro pro Stunde auf 15 Euro klettert.

Arbeitgebern im sächsischen Handwerk stoßen derartige Debatten sauer auf. Vor allem deshalb, weil offenbar auch unter einer Regierung mit CDU-Kanz-lerschaft keineswegs die unsägliche Praxis beendet werden soll, sich in die Entscheidungsfindung der 2014 geschaffenen Mindestlohnkommission — ei-nem Gremium aus Gewerkschaften und Arbeitgebern — einzumischen. Ist die gesetzlich verbriefte Tarifautonomie heute nichts mehr wert?

Wir appellieren erneut mit Nachdruck an die künftig Regierenden in Deutsch-land: Lasst die Mindestlohnkommission endlich ihre Arbeit machen! Kümmert euch vielmehr darum, dass die Lohnnebenkosten sinken und somit handwerk-liche Produkte und Leistungen für Verbraucher bezahlbar bleiben!

Denn: Mit jeder Lohnerhöhung kommen nicht nur höhere Lohnnebenkosten auf Arbeitgeber zu, sondern auch Arbeitnehmer müssen wegen überproportio-nal steigender Abzüge mehr Steuern und Abgaben entrichten. Immerhin 42 Prozent einer Mindestlohnerhöhung, so haben Experten errechnet, gehen aktuell für Steuern und Abgaben drauf.

Und weil ein deutlich höherer Mindestlohn auch für Verbraucher vieles teurer macht — so beim Friseur, beim Bäcker, in der Gastronomie —, sind mittlerweile zunehmend auch Arbeitgeber darüber frustriert, dass in der öffentlichen Min-destlohn-Debatte seitens der Politik häufig nur halbe Wahrheiten zur Sprache kommen."

Quelle: SHT, 18. März 2025